Statement zum Zusammenleben

 
15. März 2025:

Die schnelle Folge von Ereignissen auf dieser Welt hält uns alle mehr denn je ständig in Atem(not!). Auch wir Mitglieder des Arbeitskreises Interreligiöser Dialog Offenburg – AKIDO- sind von den politischen Krisen und vielfachen fanatischen Terrorhandlungen höchst beunruhigt.

Mit welchen Einstellungen und Werten treten wir solchen Veränderungen in unserer Gesellschaft und Weltgemeinschaft gegenüber?

Leider werden hässliche Auseinandersetzungen gerne als religiös motiviert deklariert. Ebenso wie sich Terror gerne auf den vermeintlichen einzig richtigen Besitz einer angeblichen religiösen Wahrheit beruft.

Wir sehen dies an den islamistischen Gewaltakten, wie jüngst in Syrien gegenüber der Alawitischen Bevölkerung, wodurch sich deren humanitäre Lage dramatisch zuspitzte. Wir sehen dies auch in der hohen Zahl von verfolgten Christen auf dieser Welt. Wir sehen dies im Terror der Hamas und der militärischen israelischen Reaktion. Wir sehen dies in den pauschalen Anfeindungen gegen jüdische Studenten an diversen Universitäten und gegen jüdische Mitbürger. Wir sehen dies in vielen Bürgerkriegen wie z. B. im Kongo oder Sudan …

Immer geht es um Erniedrigung und Beherrschung der als Gegner deklarierten Menschen und Gruppierungen oder um deren Ausrottung.

Wir Mitglieder des AKIDO glauben hingegen, dass unsere Religionen und unsere ethischen Werte den Menschen zu einem friedlichen Zusammenleben in gegenseitiger Hochachtung helfen wollen. Unsere gemeinsame Überzeugung, dass der Mensch in all seiner Vielfalt eine unverletzliche Menschenwürde besitzt, ermöglicht es uns, einander mit Respekt, mehr noch, mit Vertrauen, Achtsamkeit und Gleichwertigkeit zu begegnen.

So ist es folgerichtig, dass wir uns in unserer gemeinsamen Friedenserklärung vom Dezember 2014 und unserer Satzung vom Oktober 2018 eindeutig für die Anerkennung der in unserem Grundgesetz verankerten Menschenrechte aussprechen.

Wir als AKIDO haben, wie die meisten unter uns, nicht die Möglichkeit, die großen Konflikte der Welt zu beeinflussen. Aber wir bauen darauf, dass gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme zu einem friedlicheren Zusammenleben hier in unserer Stadt führen werden.

Jeder Einzelne, auch nichtreligiöse Menschen, sind aufgerufen, ganz besonders hier im persönlichen Umfeld zum Erhalt einer lebenswerten sozialen Stadtgemeinschaft beizutragen.

Konflikte wird es immer geben, doch Hass und Kränkungen sind keine Optionen für die Lösung von Problemen.
Wer weiß, gute Beispiele strahlen möglicherweise aus. Darauf hoffen und bauen wir!
 
 

 

30 Jahre Jüdische Gemeinde Emmendingen

 
Am Sonntag, 16. Februar 2025, feierte die Jüdische Gemeinde Emmendingen, zu der auch die jüdischen Gläubigen im Ortenaukreis gehören (so auch hier in Offenburg), in Emmendingen in der Steinhalle das 30jährige Bestehen ihrer Gemeinde. Justizministerin Gentes aus Stuttgart sowie viel weitere Prominenz aus Politik, der Jüdischen Glaubensgemeinschaft, den verschiedenen Religionsgemeinschaften aus Emmendingen und Offenburg waren eigens zum Festakt gekommen. Im Namen des Arbeitskreises Interreligiöser Dialog Offenburg gratulierte die Vorstandschaft des Arbeitskreises der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Frau Olga Maryanovska, zum Jubiläum und überreichte ein Bild, das beim Besuch des Arbeitskreises in der Synagoge entstanden war, sowie ein Blumengebinde.

Eberhard Murzko

Von links: Olga Maryanovska, Güllü Erdem, Karl Bäuerle, Eberhard Murzko
 

 
 
 
 

 

10 Jahre Offenburger Friedenserklärung

Den „10. Geburtstag“ feierte am Mittwoch, 18. Dezember 2024,
die Offenburger Friedenserklärung

 
Am 18. Dezember 2014 wurde sie von zehn Glaubensgemeinschaften aus verschiedenen Religionen, die hier in Offenburg vertreten sind, unterzeichnet. Initiator der ganzen Aktion war Karl Bäuerle aus Heiliggeist, der die verschiedensten Glaubensgemeinschaften ansprach und mit einem Team den Text erarbeitet hat, der nach langen Beratungen einvernehmlich von allen akzeptiert werden konnte – wie in der Politik eben auch. Später schlossen sich noch zwei weitere Glaubensgemeinschaften an.

Die „Geburtstagsparty“ fand am Samstag, 14. Dezember, zwischen Weihnachtsmarkt und Wochenmarkt bei den Werres Vögeln statt und wurde vom Arbeitskreis Interreligiöser Dialog Offenburg als „Erinnerungs- und Werbungsveranstaltung“ für die Friedenserklärung genutzt. Mitglieder des Arbeitskreises suchten mit der Bevölkerung das Gespräch über wichtige Inhalte der Friedenserklärung. Zwei Minis aus Fidelis bereiteten Luftballons als Werbeträger vor.
Ja, es war der Wunsch des Geburtstagskindes, noch bekannter zu werden, denn Friede zwischen den Religionen ist wichtiger denn je.

Die aktuelle Vorstandschaft des Arbeitskreises bilden momentan:
Eberhard Murzko, röm.-kath. Kirche; Güllü Erdem, Alevitische Gemeinde; Ruslan Manashirov, Jüdische Gemeinde
 

 

 


 

Aktion: Actionbound WdR

Actionbound, ein Angebot für Jugendliche und Jugendgruppen

 
Eine kurzweilige digitale Erkundungstour zum „Weg der Religionen Offenburg“ (WdR).
Zusammengestellt von Vikarin Bernecker, den Mitgliedern des AKIDO und Jugendlichen. Der Actionbound lädt junge Leute ein, diesen WdR zu erkunden und zugleich einiges über die 10 Religionsgemeinschaften und deren Glaubensstätten zu erfahren.
Weitere Informationen hier auf unserer Website!

 

 


 

 

Hass ist eine Form, Macht auszuüben

Unter dem Motto "Liebe und Hass":
Offenburger Gedenkstunde zum Tag der Befreiung des Lagers Auschwitz

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Auch in Offenburg wird an diesem Tag jährlich den Opfern des Nationalsozialismus’ gedacht. Die diesjährige Gedenkstunde fand unter dem Motto "Liebe und Hass" statt und war besonders den Kindern gewidmet, die durch die nationalsozialistischen Verbrechen fürs Leben gezeichnet wurden. Sei es, dass sie ihre Eltern und Familie verloren oder dass sie von den traumatischen Erlebnissen verfolgt wurden. An der Gedenkstunde nahmen nur wenige städtische Vertreter teil.
 
Was Hass erzeugt, wird mit Begriffen auf diesen „Mauersteinen“ deutlich.

Wolfgang Reinbold, Leiter der Abteilung Stadtgeschichte und Heimatpflege, wies gleich zu Anfang auf den Kern der Erinnerungskultur in Offenburg hin: "Nie wieder!" müsse konkret bedeuten, zu verhindern, dass künftig in Europa Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt würden, oder wie zuletzt, Synagogen und Juden noch stärker beschützt werden müssen, als dies ohnehin der Fall sei. Er verwies auch auf den Überfall der Hamas auf Israel als den größten Massenmord an Juden seit 1945, allerdings hätte es in dessen Folge ein "Versagen politischer Verantwortung auf beiden Seiten" gegeben. Das Gedenken und Erinnern, wie es durch die Gedenkstunde gelebt wird, gehöre zum Selbstverständnis deutscher Demokratie. Reinbold mahnte aber auch, dass eben dieses Gedenken in der Gegenwart ständigen Feindseligkeiten von Rechts ausgesetzt sei, die in der  Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Deutschlands lediglich eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts sehen würden. Im Folgenden legte Reinbold den Schwerpunkt seiner Eröffnungsrede auf die Bedeutung der Erinnerung und des bürgerschaftlichen Engagements, das immerfort "Brücken bauen" müsse.
Der Weg zum Rechtsstaat sei ein steiniger gewesen, so Reinbold, und dieser Weg müsse immer neu begangen werden. Eine Sisyphosarbeit, die nie beendet, aber doch erfüllend sei. Schließlich resümierte er mit Camus "Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen
vorstellen."
Die Pastoralreferentin Katja Grohmann nahm in ihrer liturgischen Eröffnung Bezug auf die Kindergeneration der Holocaustüberlebenden, indem sie eine Holzeisenbahn zum Symbol der verlorenen Kindheit und der verlorenen Unschuld dieses Gegenstands durch die NS-Deportationen machte. Der Kinder zu gedenken hieße auch, sie zum Teil einer lebendigen Erinnerung zu machen.
Einen solchen Beitrag leisteten anschließend die Schülerinnen Lisann Kümmerle und Nicola Hofsäß, indem sie ihre Beiträge zum Gedenkbuch zu weniger bekannten Offenburgerinnen vortrugen, die als Jüdinnen verfolgt wurden: Betty Knaur und Alice Sapp. Beide waren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geboren und erlebten die schweren Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik, verarmten, wurden von den Behörden schikaniert und wanderten schließlich aus, nach Kanada und in die USA. Anders als viele Offenburger Juden, die seit den 2000er Jahren die zur Versöhnung ausgestreckte Hand der Stadt annahmen, kehrten die beiden bis zu ihrem Tod nicht mehr zurück.
Wie gingen die Überlebenden mit dem Trauma der Verfolgung um? Katja Grohmann las aus "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris. Leiris, der seine Frau 2015 bei dem antisemitischen Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan verlor, wehrt sich in seinem Buch gegen den Hass, den die Mörder seiner Frau in ihm geweckt hatten. Er benennt Hass als "Macht, die andere über mich haben. Wenn ich leide, sollen andere auch leiden." Dem wolle er nicht folgen, sondern stattdessen in der Liebe zu seinem Sohn Hoffnung für die Zukunft wecken.
Dieser hoffnungsvollen Geste folgte auch der Arbeitskreis Interreligiöser Dialog Offenburg (AKIDO), der in einem symbolischen Mauerbau und -abriss auf diejenigen Einstellungen und Werte Bezug nahm, die trennen und verbinden. Was baut Mauern? "Vorurteile", "Hassbotschaften",  "Antisemitismus" und vieles mehr. Anschließend wurden die Steine umgedreht und enthüllten Werte, die Brücken bauen: "Offenheit", "Versöhnung", "Toleranz".
Abschließend verwies Ruslan Manashirov vom AKIDO auf die Bedeutung des Grußes "Shalom": "Frieden soll sein" und gab diesen Gruß an das Publikum weiter. Dem folgte auch Katja Grohmann in ihrem Gebet und dem Segen zum Abschluss der Gedenkstunde. Frieden sei ein Segen Gottes, "damit wir alle zu Friedensboten werden".
Badische Zeitung, 31.1.2024 – Julika Lammermann
 

 

"Hoffnungszeichen setzen"

In Offenburg wurde den Holocaust-Opfern gedacht

Anlässlich des 79. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wurde im Salmen den Opfern gedacht. Zwei Schülerinnen recherchierten das Schicksal jüdischer Frauen. "Demokratie ist auf die Beteiligung der Bürger angewiesen", lautete eines der vielen Zitate anlässlich der Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus am vergangenen Samstag im Salmen.
Damit die Verbrechen der Nazis nicht in Vergessenheit geraten, schuf die Stadt Offenburg eine respektable Art der Gedenkkultur: Orte wie der Salmen, der Schillersaal und weitere Gebäude sind seit den späten 70er-Jahren als Erinnerungsstätten deklariert – zahlreiche Veranstaltungen sowie die Installation der sogenannten "Stolpersteine" erinnern an die Geschehnisse während der Herrschaft der Nationalsozialisten.
 
Nicola Hofsäß (links) vom Oken-Gymnasium Offenburg und Lisann Kümmerlin vom Max-Planck-Gymnasium Lahr (rechts) sprachen bei der Gedenkveranstaltung über die Schicksale der Jüdinnen Betti Knauer und Alice Sapp.
 
SchülerInnen recherchieren
Anlass der Gedenkstunde am Samstag war der 79. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Wolfgang Reinbold, Leiter der Abteilung Stadtgeschichte und Heimatpflege, konnte dabei eine große Gruppe von Mitwirkenden der Veranstaltung begrüßen: Darunter die Mitglieder der Initiative "Religiöser Dialog", Pastoralreferentin Katja Grohmann, Volker Ilgen, Leiter des Gedenkbuch-Projekts und SchülerInnen des Offenburger Oken-Gymnasiums und des Max-Planck-Gymnasiums Lahr. "Wir räumen diesen Menschen einen Platz ein", so Pastoralreferentin Katja Großmann.
Die beiden Schülerinnen der jeweils 9. Klassen, Nicola Hofsäß und Lisann Kümmerlin, erinnerten etwa an das Schicksal von Betti Knauer. Sie hatte damals in der Oststadt gelebt und war als Verkäuferin in der Innenstadt tätig. Sie war Jüdin und wurde "zwölf Jahre verachtet, bedroht, beleidigt", so die Recherchen der Schülerinnen. Sie konnte auswandern, ebenso Alice Sapp, geborene Rosenberg.
"Wir wollen Hoffnungszeichen setzen, die das 'Nie wieder' miteinander leben", erweiterte Pfarrerin Katja Grohmann in Bezug auf das Attentat im "Bataclan" in Paris im Jahr 2015.
Die Mitglieder der Vereinigung "Interreligiöser Dialog" waren mit Karl Bäuerle, Ruslan Manashirov, Güllü Erdem und Susanne Maier-Beton vertreten. Sie setzten mit ein starkes Zeichen gegen Hass und für ein Miteinander aller Kulturen. Eine "negative" Mauer aus Kartons mit Aufschriften von Hassbotschaften verwandelten sie in eine "positives Bollwerk gegen Hass".
 
Markus Raus (Musikschule Offenburg) mit Klezmer-Musik an der Klarinette

Sehr einfühlsam umrahmte Markus Raus von der Musikschule Offenburg die Gedenkstunde mit seiner Musik. Als musikalisches Programm hatte er die eindringlichen Töne der jüdischen Klezmer-Tradition herausgesucht. Beim abschließenden Segensgebet wurden die Besucher in den Abend entlassen. "Gehet hin in Frieden", gab ihnen die Pfarrerin mit auf den Weg.
Viele der Besucher durchliefen im Anschluss an die Gedenkstunde dann noch die Sonderausstellung "Auftakt des Terrors – Frühe Konzentrationslager" im Foyer.
Offenburger Tageblatt, 29.1.2024 – Ursula Gross
 

 

Gedenkstunde für die die Opfer des Nationalsozialismus
am Samstag, 27. Januar 2024 um 17 Uhr im Salmen (Mediathek):

mit Gebet, Musik und Liturgie

"Brücken statt Mauern – mit Worten verbinden"


Der 27. Januar als Holocaust-Gedenktag erinnert weltweit an die Ermordung der Juden und Jüdinnen Europas. Das NS-Regime hat seinerzeit dieses monströse Verbrechen als eines der Haupt-Kriegsziele Deutschlands durchgesetzt. Jüdisches Leben in Deutschland muss nach wie vor besonders geschützt werden.
 
Das Programm zum Download: 

Anmeldung zur Gedenkveranstaltung wurde erbeten unter
Telefon 0781/822701 oder per E-Mail an salmen@offenburg.de.
 
 
 

 

 

Menschlichkeit gefragt


Gerade häufen sich wieder terroristische Anschläge und Gewalttaten.
Egal, ob es um die menschenverachtende Kriegsführung Putins geht beim völkerrechtswidrigen Versuch, die Gebiete der Ukraine an sich zu reißen und die Identität der dortigen Gesellschaft auslöschen zu wollen;
ob es um den Bürgerkrieg in Mali geht, der mit Unterstützung von Russlands Söldnern brutal geführt wird oder um den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien;
sei es der Bürgerkrieg in Südsudan, der Militärputsch in Niger, sei es der hasserfüllte Terroranschlag gegen die Zivilbevölkerung von Israel durch die Hamas, sei es die neuerliche Ermordung zweier Zivilisten in Belgien durch einen religiösen Fanatiker.
Niemals können wir uns mit diesen gegen alle menschliche Humanität und Würde gerichteten Anschlägen abfinden, die teils bewusst tödliche Gegenschläge provozieren sollen und so auf der Gegenseite neben den Schuldigen wieder wehrlose Menschen treffen und töten, denn nicht alle Palästinenser sind Hamas-Terroristen.
Gerade, wenn Menschen glauben, die religiösen Gefühle anderer z. B. durch Anzünden des Korans verletzen zu müssen, oder wenn religiöse Fanatiker die Vernichtung des Staates Israel betreiben und zu Hass und Feindschaft gegen den Westen aufrufen oder das Töten und Foltern von Juden oder Andersgläubigen bejubeln, müssen wir hier vor Ort klar und deutlich kundtun, dass wir zu Meinungs- und Religionsfreiheit als Grundrechte stehen und religionsübergreifend zu einem friedlichen Zusammenleben in unserer Stadtgemeinschaft aufrufen.
Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Synagogen polizeigeschützt werden müssen, oder dass im Netz feige Hasstiraden und Bedrohungen in alle Richtungen zu Angst, Beschämung und Gegenwut führen.
In all unseren Gotteshäusern und Gebetsstätten, in der Moschee, der Cemevi und der Synagoge wie auch im Buddhistischen Dojo, rufen wir unsere Mitglieder auf, im aufwühlenden Diskurs unserer Zeit in Respekt und Achtsamkeit den gewaltfreien Austausch miteinander und so den Frieden in der Stadt aufrecht zu erhalten.
Es kommt auf die Bereitschaft jedes einzelnen Menschen an, ob sich Menschlichkeit
durchsetzen kann.

Oktober 2023, im Namen des AKIDO: Leitungsteam: G Erdem, R. Manashirov, K. Bäuerle
77656 Offenburg, Tulpenweg 8
 

 

Anteilnahme für die Jüdische Gemeinde
Emmendingen/Offenburg


Sehr geehrte Vorsitzende, Frau Maryanovska,    
sehr geehrte Vorstandsmitglieder 
sehr geehrte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Emmendingen/Offenburg,

In unserer AKIDO-Sitzung war es unseren Mitgliedern ein Anliegen, Ihnen unsere Anteilnahme an dem Leid durch den terroristischen Anschlag der Hamas in Israel zu bekunden. 
Sie alle trauern um die vielen getöteten Bewohner in den Kibbuz-Dörfern im Gazastreifen und bangen sorgenvoll um die verschleppten Geiseln. Es rührt uns sehr, Sie in diesem Schmerz zu wissen, wir wollen Ihnen Trost zusprechen, Ihnen offen und fest unsere Solidarität bezeugen. Wir sehen in diesem Terrorakt eine abscheuliche Missachtung jeglicher Menschlichkeit, wie sie nur tiefstem Hass entspringt. Wir verurteilen diesen Überfall, der nur darauf zielt, ständig neues Leid, Unsicherheit und Unfriede zu säen. 

Es macht uns auch betroffen mit ansehen zu müssen, dass sich zudem hier in unserem Land Menschen finden, die das Töten bejubeln und beklatschen. Wir erwarten, dass solch zynischem Verhalten Einhalt geboten wird und dieses auch mit Konsequenz geahndet wird. 

Wir wünschen den Menschen, dass nicht weiterer Hass den Umgang der Völker miteinander bestimmt. Hass und Rache sind keine guten Ratgeber für die Lösung schwieriger Konflikte. Politisch Verantwortliche aller Regionen müssen sich dessen bewusst werden und ihren Bürgern nicht die verhängnisvolle Bürde ihrer terroristischen und fanatischen Ideologien aufladen.
Wir bedauern zutiefst, dass Sie als Jüdische Gemeinde auch hier bei uns um Ihre Sicherheit bangen und Ihre Aktivitäten einschränken müssen. Das ist kein  Zustand, der so bleiben darf! Durch unsere Arbeit im AKIDO wollen wir in unserem bescheidenen Umfeld dazu beitragen, dass ein friedlicheres Miteinander in unseren Alltag einzieht. Dies wünschen wir für Sie und für uns alle.

Das Leitungsteam für den AKIDO 10. Oktober 2023
:
Güllü Erdem, Ruslan Manashirov, Karl Bäuerle
 

 

Anteilnahme für Lahrer Moscheegemeinde


Betroffen von den Vorkommnissen und dem Angriff auf Hassan Bey aus Ihren Vorstand möchten wir Ihnen, der Lahrer Moscheegemeinde, unsere Anteilnahme am Schicksal Ihres Vorstandsmitglieds bekunden. 
Mit großer Sorge hoffen wir auf eine vollständige Genesung Ihres Gemeindemitgliedes und dass er sein Amt künftig ohne Furcht und Angst fortsetzen kann. 
Als Arbeitskreis Interreligiöser Dialog Offenburg (AKIDO) treten wir für ein friedliches Miteinander der Religionen und der gesellschaftlichen Gruppierungen ein.
Es trifft auch uns schwer, wenn Gewalt – gegen wen auch immer – verübt wird. 
Denn es ist uns ein Grundanliegen, dass wir mit den verschiedenen Glaubensgemeinschaften achtsamen Kontakt pflegen. Diese gegenseitige Wertschätzung haben wir uns in einer gemeinsamen Offenburger Erklärung zugesagt.

Leider weist der tätliche Angriff auf Ihr Vorstandsmitglied auf eine sich ausweitende Intoleranz gegen Andersdenkende hin. Gewalt, wie sie gegen ihn ausgeübt wurde, verstehen wir somit auch als Angriff gegen uns und alle Religionen. 
Auch in Hinblick auf unsere demokratische Grundverfassung mit eindeutigem Bekenntnis zur unveräußerlichen Menschenwürde erwarten und fordern wir einen fairen Diskurs, ebenso mit Menschen, denen Religion nichts bedeutet, die sich von Religion abgewandt haben oder sich durch deren Auftreten provoziert fühlen. 
Für alle ist in unserer Demokratie genügend Platz und die Möglichkeit gegeben, sich mit Andersdenkenden gewaltfrei auseinanderzusetzen, Überzeugungen zu äußern und zu leben.
 
Wir wünschen der Islamischen Gemeinschaft fürderhin eine friedliche und segensreiche Zukunft.  

Das Leitungsteam für den AKIDO 10. Oktober 2023:
Güllü Erdem, Ruslan Manashirov, Karl Bäuerle
 

 

Erdbeben in der Türkei und in Syrien, Februar 2023

Mit großer Bedrückung nehmen wir das große Leid der Erdbebenopfer in der Grenzregion Türkei und Syrien wahr.  Wir hoffen, wie so viele Verwandte und Bekannte der betroffenen Familien, weiter auf rasche effektive Hilfe für die  gesamte Region. 
Politische Differenzen, Krieg und Kämpfe müssen in solchen Tagen – eigentlich ja immer – schweigen, um den Verletzten und denen, die alles verloren haben und in der Kälte ausharren müssen, Hilfe zukommen zu lassen und um die vielen Toten bergen zu können.
Wir sehen im Fernsehen, Tageszeitungen und bei den Gemeinden all die Spendenaufrufe. Unterstützen wir die Leidenden, soweit es uns möglich ist. 
Unsere Gedanken sind bei Ihnen, liebe Moschee-und Aleviten-Gemeinden. 

Beziehen wir auch das große Leid der vielen anderen Kriegs- und Krisengebiete ein.

 Arbeitskreis Interreligiöser Dialog Offenburg


 

Geführter „Weg der Religionen“: Die Termine 2023 für die Stationen

• Jeweils ca. 2 - 3 Stunden Dauer • Beachten Sie bitte auch unsere Extra-Rubrik zum Thema!

Solo-Veranstaltungen 2023:

Die SOLO-Termine 2023 zum Download:

Beachten Sie bitte auch unsere Extra-Rubrik zum Thema!
 

In unserer Zeit,

  • in der sich noch immer Menschen von Hasspredigern faszinieren lassen, sich auf alleingültige Wahrheiten einschwören lassen und sich schließlich zu willigen Werkzeugen terroristischer Ideologien herabwürdigen lassen,
  • in der noch immer in schrecklicher Weise brutalste Gewaltexzesse aus angeblich religiösen Gründen verübt werden,
  • in der fanatisierte Menschen anderen Menschen das Recht auf Würde, Freiheit und sogar das Recht auf Leben versagen,

in so einer Zeit  

wollen wir unser Wort erheben gegen die Missachtung von Religion und Menschlichkeit, gegen die Verlockungen einfacher Lösungen und angeblich alleingültiger Wahrheiten.

  • Wir glauben an die von Gott verliehene Würde eines jeden Menschen.
  • Wir erheben unser Wort für ein friedvolles Zusammenleben der Menschen in all ihrer Vielfalt in Aussehen, Denken und Glaubensüberzeugungen.
  • Wir erheben unser Wort für die Bereitschaft des Aufeinander Zugehens und der gegenseitigen Achtung.


Wir sehen in der Vereinnahmung des Glaubens für Gewalttaten einen groben Missbrauch der Religionen.
Die heiligen Schriften der Glaubensgemeinschaften wollen Handreichung für ein gott -und menschengefälliges Leben hier auf Erden geben.
Deshalb ist es umso wichtiger, die Schriften entsprechend ihrer Intension zu betrachten und die Botschaft des friedlichen Zusammenlebens der Menschheit hervorzuheben.   

Dieses Plakatduo: „Gewalt hat keine Religion“ und „Religion will Frieden“ möchten uns mit seiner klaren, plakativen Botschaft zum Innehalten und Nachdenken bewegen.

Gewalt – so die eine Plakataussage - findet in den Religionen weder Fundament noch Halt. Sie stürzt ab, sie reißt ihre Akteure ins bodenlose Chaos.

Dabei geht es nicht nur um die missbräuchliche Interpretation des Korans durch islamistische Fanatiker, denn auch solche Menschen missbrauchen ihre Religion,

  • die islamfeindliche Botschaften gegen ein Zusammenleben der Bürger einsetzen,
  • die hier bei uns Ausländerhass schüren,
  • zu Gewalt gegen Asylanten aufwiegeln und Heime anzünden
  • und sich nicht schämen, sich dabei auf Bewahrung von Tradition und Werten unseres christlichen Abendlandes zu berufen.

Die Botschaft gilt auch denjenigen,

  • die Unsicherheit vor Neuem und Fremdem bewusst ausnutzen, um eine ausländerfeindliche Stimmung zu provozieren,
  • die im Schutz der Anonymität des Internets Verachtung und Hasstiraden verbreiten,
  • die Unfrieden stiften und so dazu beitragen, dass Fremde sich nicht mehr sicher fühlen können,
  • die gar Helfer aufs Schlimmste bedrohen.

 

Wie anders die Botschaft des zweiten Plakates:
Religion steht bedingungslos für Frieden und Versöhnung.
Das ist die Hoffnung, die alles überstrahlt.

  • Religion will, dass wir uns um ein Zusammenleben bemühen, das zwar nicht frei von Konflikten sein wird, aber immer von gegenseitiger Achtung und dem Geist der Aussöhnung geprägt ist.
  • Religiös motivierte Nächstenliebe gilt nicht nur unseren Nächsten, sondern auch den Fremden, den Ausgegrenzten, den Schwachen.

Wie schon mit der gemeinsamen Friedenserklärung vom Dez 2014 will der „Arbeitskreis Interreligiöser Dialog - Offenburg“ mit dieser weiteren Aktion aufzeigen, dass alle Unterzeichner der in Offenburg angesiedelten Glaubensgemeinschaften gemeinsam hinter dieser Friedensbotschaft stehen und sich klar gegen religiös motivierte Gewalt aussprechen.

 

Für den AK „Interreligiöser Dialog – Offenburg“

Karl Bäuerle - Offenburg, 04.10.16 

 

Die Plakate als PDF zum Download:


 

 

Friedenserklärung Offenburg

Gemeinsame Erklärung
der unterzeichnenden Religionsgemeinschaften

gegen jegliche Form religiöser Begründung
von Manipulation, Gewalt und Terror

 

Als VertreterInnen der Religionsgemeinschaften, welche diese Erklärung unterzeichnet haben, sind wir der Auffassung, dass Unterschiede in religiösen Standpunkten nicht zur Unterdrückung und Verfolgung anderer Menschen führen dürfen.

Wir erkennen an, dass es zwischen den Religionen große Gemeinsamkeiten, aber auch große Unterschiede in den Überzeugungen gibt, die uns Menschen immer wieder dazu verleiten, miteinander in Streit zu geraten.

Sehr oft sind diese Streitigkeiten jedoch nicht in den Religionen an sich begründet, sondern religiöse Standpunkte werden von Menschen zum Anlass für Streitigkeiten benützt, die ihre tatsächliche Ursache in ganz anderen Motiven haben, wie zum Beispiel politischen Interessen. Dem friedlichen Anliegen der Religionen wird dadurch nachhaltig geschadet.

Wir sprechen den Angehörigen aller Religionen das Recht zu, von der eigenen Religion überzeugt zu sein und dies offen zu vertreten. Gleichzeitig bekennen wir uns aber dazu, die religiösen Überzeugungen der jeweils anderen Glaubensgruppierung zu achten und sprechen uns solidarisch gegen Gewalt im Namen von Religion aus.

 

Unsere Anliegen sind:

  • Wir verurteilen Gewalt und Terror gegenüber anderen Religionsgemeinschaften, Stämmen und Völkern.

  • Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, sich auf
    Gott sowie religiöse Überzeugungen und Überlieferungen
    zu berufen, um Menschen Leid und Schaden zuzufügen.

  • Wir bekennen uns zu einem Miteinander in religiöser
    und kultureller Vielfalt.

  • Wir treten ein für Verständigung, gegenseitige Achtung
    und gemeinsames Handeln zum Wohle aller Menschen.

  • Wir erwarten, dass die politischen und geistlichen Führer wie auch die Vertreter  der jeweiligen Religionen mit Weisheit und Achtung vor den Menschen und der Natur miteinander sprechen, verhandeln und nach baldigen Lösungen der gegenwärtigen Auseinandersetzungen suchen.

  • Wir alle beten darum, dass sie und wir gerechte Wege
    für ein friedliches, menschenwürdiges Zusammenleben der unterschiedlichen Völker und Religionen finden
    .

 Offenburg, 18.Dezember 2014



Glaubensgemeinschaften,
die die Friedenserklärung unterzeichnet haben:

(in alphabetischer Reihenfolge, mit Links zur jeweiligen Website)

 

Alevitisches Gemeindezentrum Offenburg/Ortenau e.V.
Herr Erdogan Nayir

Alt-katholische Pfarrgemeinde St. Matthias
Pfarrer Timo Vocke

DITIB  Türkisch-Islamische Gemeinde zu Offenburg e.V.
Vorsitzender Ali Yildirim

Evangelisch Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
Pfarrer Herrmann Hemmes

Evangelische Kirchengemeinde Offenburg
Dekanin Jutta Wellhöner

Ezidisches Kulturzentrum e.V
Stellv. Vorstand Civan Altan

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Offenburg
Prediger Willi Tytschina

Jüdische Gemeinde Emmendingen-Offenburg
Ruslan Manashirov

Kath. Gesamtkirchengemeinde Offenburg, Interrelig. AK
Pfarrer Eberhard Murzko

Kath. Regionalstelle Region Ortenau
Regionaldekan Georg Schmitt

Neuapostolische Kirche Süddeutschland Bezirk OG
Herr Jürgen Kempter



+ + +    Neu unterzeichnet haben am 22. Oktober 2015:    + + +

 

Rumänische Orthodoxe Pfarrei "Heilige Dreieinigkeit"
Pfarrer Bacila Laurentiu (Pfarrer Lorenz)

ZEN Dojo Offenburg e.V.
Dojoleiter Eva und Florent Martinez (Zennonne, -mönch)